Stromkästen in farbigem Glanz

Das Hansaviertel etwas bunter zu machen – das war der Wunsch von Pia und Max. Am liebsten sollten alle Stromkästen im Viertel in neuem farbigen Glanz erstrahlen. So entstand das Projekt „All colours are beautiful“. Am Ende gab es die Genehmigung von den Stadtwerken für insgesamt immerhin neun Stromkästen (einige Kästen gehören privaten Stromanbieter:innen, bei denen die Anfragen leider im Sande verliefen). Unter dem Namen ‚Korner Paint‘ wurden beim B-Side Festival 2020 zwei Workshops angeboten, um das Vorhaben umzusetzen. Die Nachfrage, bei dem Projekt mitzumachen, war sehr groß. Aufgrund von Corona musste die Teilnehmer:innenzahl leider auf neun Personen beschränkt werden. 

Die Menschen bekamen nicht nur einen tollen Einblick in die Kunst hinter dem Graffiti-Sprayen, sondern dazu noch die Gelegenheit, selbst einmal auszuprobieren, wie man ein Graffiti gestaltet. 

„Wir konnten uns bei strahlendem Sonnenschein, Kaffee und Quiche richtig austoben. Es hat total Bock gemacht, legal zu sprayen und sich durch die professionelle Anleitung auch noch ein wenig kompetent dabei zu fühlen. Es ist schön zu wissen, sich in Münster auf kreative Art für eine gewisse Zeit verewigt und dabei das Hansaviertel etwas aufgefrischt zu haben!“ erzählt eine Teilnehmer:in.„Seitdem schaue ich mit anderen Augen auf die Alltagskunst im Viertel.“

Schaut doch mal selbst, ob ihr einen der bunten Stromkästen entdecken könnt!

Bild: Pia Dransmann

Der Jutebeutelbaum

Um auf die Themen Müllvermeidung und Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen, ist Käte auf die Idee eines Jutebeutelbaums gekommen. Den Holzbaum hat sie selbst entworfen und gebaut.Im Januar 2020 wurde er dann im Rewe Supermarkt am Hansaring aufgestellt. Seitdem können sich Menschen, die keine Tasche zum Einkaufen dabei haben, einen Beutel vom Baum leihen. Dadurch wird der Gedanke des Teilens und das soziale Miteinander gefördert (QGI-Themen: Sauberkeit, Nachhaltigkeit, Inklusion).

Ihr findet den Baum nach wie vor im Eingangsbereich des Rewe am Hansaring (momentan etwas versteckt hinter Desinfektionsmittelspendern… ;)). Die Menschen im Viertel haben den Jutebeutelbeutelbaum sehr positiv aufgenommen – es gab persönliche Reaktionen im Supermarkt, aber auch über Social Media. Innerhalb der ersten Tage wurden sehr viele Jutebeutel vom Baum gepflückt und genutzt, weshalb die Projektträger:innen diesen zunächst mit Reserven auffüllen mussten. Die Ziele, Müll zu vermeiden sowie der nachbarschaftliche Teilungsgedanke, konnten bisher gut erreicht werden, müssen nun aber weiterhin gepflegt werden, damit das Projekt langfristig Wirkung zeigt. 

Achtet bei Eurem Einkauf mal drauf: meistens ist der Baum leer. Genutzt werden die Beutel also ganz gerne. Das Zurückbringen oder Auffüllen mit anderen Taschen könnte dagegen noch etwas besser klappen… Bringt also gerne Eure übrigen Taschen und Tüten mit, teilt sie mit der Nachbar:innenschaft und lasst den Baum damit wieder neu erblühen!

Bild: Katrin Oberg

3 Jahre Hansaforum Münster – Und jetzt?

Wie geht es weiter?

Das ist die Frage, die sich die Aktiven und Mitmischer:innen seit 3 Monaten stellen. Hinter dieser Frage steht ein ausführlicher Prozess. Verschiedene Ideen und Richtungen wurden erst in kleiner Runde besprochen. Schnell kamen wir aber zu der Erkenntnis, das wir dies nicht ohne euch Viertelbewohner:innen schaffen können und wollen.

Über 80 gemeinwohlorientierte Projekte im Hansa- / Hafenviertel hat die B-Side seit 2019 mit 250.000 € gefördert. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Stadtverwaltung und den politischen Vertreterinnen und Vertretern soll es jetzt in die nächste Runde gehen. Klar ist allerdings, das Hansaforum braucht dieses Jahr Zeit für die Neuausrichtung. Deshalb wird es 2022 keine Konvente geben. Das Hansagremium besteht aber weiter und auch wenn der Projekt-Fördertopf leer ist, werden wir weiterhin neue und vorhandene Projekte betreuen.

Das HansaForum Münster ist ein Projekt der B-Side GmbH und versteht sich als Plattform für bürgerschaftliches Engagement und gemeinwohlorientierte Quartiers- und Stadtentwicklung. Unter dem Motto „Gemeinsam Stadt machen – statt machen lassen!“ wurde mit den Bürgerinnen und Bürgern der bundesweit erste „Quartier-Gemeinwohl-Index“ entwickelt. Darauf bauen wir nun auf und wollen zusammen mit Euch Viertel-Bewohner:innen aus dem Quartier-Gemeinwohl-Index ein Gemeinwohl-Barometer entwickeln, welches sich auf andere Stadtteile und Gemeinden übertragen lässt. Außerdem möchten wir das HansaForum gemeinsam mit Viertel und Stadt ab 2023 in der B-Side langfristig verstetigen. Unsere Vision für die Zukunft ist, das Engagement der Bürger:innen vor Ort in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster in andere Stadtteile zu tragen und über die Grenzen Münsters hinaus.

HansaFrühling

Was zwitschert das Viertel?

Vielleicht ist es gerade im Hinblick auf die Fassungs-/Hilflosigkeit auf europäischer Ebene aktuell eine gute Abwechslung, sich mit der direkten Umgebung gestalterisch zu beschäftigen und sich mit Viertelbewohner:innen auszutauschen. Auch deshalb sind wir mit folgenden Fragen für euch da, um mit euch ins Gespräch zu kommen: – Wie geht es euch momentan im Viertel? – Was im Viertel lässt dir dein Herz aufgehen?

Kommt uns besuchen!

Wo & Wann?

  • Mittwoch 09.03, 14:00 – 18:00 Rewe Hansaring
  • Mittwoch 16.03, 10:00 – 14:00 Rewe Wolbecker Str.
  • Samstag 02.04 13:00 – 17:00 Hafenplatz/Hafenpromenade
  • Sonntag 03.04 13:00 – 17:00 Kanal/Spielplatz Schillerstraße

Theater: Baggerfly Effect

Ein inklusives theaterpädagogisches Projekt führte diverse Menschen zwischen 24 und 48 Jahren aus dem Hansaviertel und aus anderen Teilen Münsters zusammen. Sie setzen sich mit dem Leben im Viertel auseinander und entwickeln dazu gemeinsam ein abendfüllendes Theaterstück – Aus dem Viertel, über das Viertel, für das Viertel: Baggerfly Effect

Ein Bagger und ein Schmetterling beobachten sehr skurrile Charaktere bei ihren Erlebnissen im Quartier. Vom Hansaring über den Hansaplatz bewegen sie sich imaginär in Richtung Hafen und treffen zum Ende alle an der B-Side aufeinander. Tanzend, singend, das Glück, die Liebe, Aktivismus und vor allem das Viertel thematisierend.

Die Teilnehmer:innen des Projektes erlebten ihr Viertel bei den Vorbereitungen aus neuen Perspektiven, lernten sich gegenseitig kennen, vernetzten sich und kreierten ein kulturelles Event. Mit in das Stück involviert wurden kurzerhand auch am Kanal improvisierende Musiker:innen, auf die die Gruppe nach einer Probe aufmerksam wurde. So sind sich bislang unbekannte Menschen begegnet und die Musik wurde zu einem Kern des Theaterstücks. Aufgeführt wurde es erstmals beim B-Side-Festival im September 2020, sodass die begeisterten Zuschauer:innen an dem Erlebnis mit Blick auf die zur Bühne umfunktionierten Rampe teilhaben konnten. Das Projekt konnte einen Beitrag zu den QGI-Themen Kunst und Kultur, Inklusion, Vernetzung, Nachbar:innenschaft und Begegnungsorte und damit zum Gemeinwohl im Hansaviertel leisten. Das Stück wurde im Oktober 2020 im Theater im Pumpenhaus sowie im Juli 2021 an der B-Side, gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster, wiederaufgeführt.

Der Stoffwindeltreff

Ein regelmäßiges Treffen, um über sich über alle Themen rund um die Stoffwindel zu informieren und auszutauschen – das war die Idee von Marie, Jana und Moana. Seit Herbst 2019 setzen sie diese bereits im Südviertel mit dem Stoffwindeltreff um. Das Angebot für Eltern konnte mit der Förderung durch das Hansaforum 2021 auch im Hansaviertel angeboten werden.

An den 8 Treffen in der Hansabude nahmen neben altbekannten Teilnehmer:innen des Treffs auch insgesamt 27 neue, interessierte Eltern teil. So wurde diskutiert und ausprobiert, wurden Anregungen gegeben und Unsicherheiten genommen. Laut den drei Veranstalterinnen spart man durch die Nutzung von Stoffwindeln anstelle von herkömmlichen Wegwerf-Windeln in der Wickelzeit eines Babys etwa 1.200 kg an Müll. Ein Kind braucht nämlich ca. 6.000 Einwegwindeln bis es mit durchschnittlich 2 ½ Jahren trocken und sauber ist. Rechnen wir mit den 10 Babys, die im Laufe der Treffen geboren wurden, und die von Beginn an mit Stoff gewickelt werden, so ergibt dies 12.000 kg Restmüll, die vermieden werden! Auch die Gesamt-Ökobilanz falle besser aus und teurer ist das Wickeln mit Stoff nicht.

Der Stoffwindeltreff trägt aber nicht nur zu einem umweltbewussten Verhalten bei, sondern ist auch ein Begegnungsort, an dem sich Menschen kennenlernen, vernetzen und austauschen. Coronabedingt kamen etwas weniger Menschen zu den Treffen als ursprünglich erhofft. Trotzdem konnte sich die Reichweite des Angebotes erhöhen und durch den online-Auftritt auf Instagram (@stoffwindeltreff.ms) werden vielleicht sogar über Münster hinaus Menschen zur alternativen Windel-Nutzung inspiriert.

Ab 2022 findet der Stoffwindeltreff wieder jeden 1. Dienstag im Monat von 10-12 Uhr in der Süd-Apotheke statt.

Bilder: Moana Frommberger, Marie Gerbode

So funktioniert Solartechnik!

Solartechnik jungen Menschen der 4. bis 6. Klasse verständlich und zugänglich machen – das war Ziel des Projektes Solartechnik in Schulen und Bildungseinrichtungen des Hansaviertels. Der Verein Natürliche Überlebenstechnik Münsterland – Nuetec e. V.  hat dazu 10 verschiedene Stationen zum Thema Solarenergie entwickelt. An jeder davon gibt es eine Aufgabe, an der getüftelt werden kann.


Wissenswert:
Dieser Bildungs-Parcours mit Arbeitsanweisungen, Aufgaben -und Lösungsblättern kann von Schulen, interessierten Gruppen und Bildungseinrichtungen des Hansaviertels ausgeliehen werden.


Aufbewahrt und gerne angewendet werden die Stationen an der Mathilde Anneke Gesamtschule, wo sie bereits von einer AG bearbeitet wurden. Geplant ist, dass diese AG die Stationen anderen Schulklassen vorstellt bzw. diese bei der Durchführung unterstützt. Dadurch wird das gelernte Wissen weitergegeben. Der Verein hat eine langjährige Erfahrung mit dem Thema Solarenergie an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen und hat immer wieder festgestellt, dass es dabei um mehr geht, als nur Sonnenenergie technisch nutzbar zu machen: „Vielmehr konnten wir feststellen, dass sich die Personen, ungeachtet ihres Alters, mit sehr großem Enthusiasmus an die Versuche wagten und sich, überrascht über die Ergebnisse, rege austauschten. Da alle Versuche praktisch durchgeführt werden, sorgte dies immer für Selbstwirksamkeitserfahrungen bei den Personen und sie lernten, dass auch sie Einfluss auf ihre direkte Umgebung und auch auf die ganze Welt nehmen können. Bei vielen Leuten, die sich sehr ehrgeizig an den Versuchen beteiligten, hat dieses Projekt dafür gesorgt, dass ihr Interesse geweckt wurde und sie sich darüber hinaus mit ähnlichen Themengebieten auseinandergesetzt haben. Es lässt sich also festhalten, dass hierdurch nicht nur die Kommunikation innerhalb einer Gemeinschaft gefördert wird, sondern auch die Freude an gemeinsamen Unternehmungen betont wird. Darüber hinaus werden die Leute durch Selbstwirksamkeitserfahrungen dazu angeregt, sich aktiv in ihre Umgebung einzubringen und ein positives Selbstbild zu entwickeln.“

Fotos: Nuetec e. V.

Fit für den Frühling!

Der bereits bestehende urbane Garten „Blattbeton“ neben dem Bennohaus wurde fit für den Frühling gemacht! Die Schäden an den Hochbeeten wurden beseitigt, sodass die Beete anschließend bepflanzt werden konnten. Außerdem konnte das unterfahrbare Hochbeet für Rollstuhlfahrer:innen fertiggestellt werden, um ihnen das Gärtnern zu erleichtern. „Ein besonderer Moment war auf jeden Fall der Freiwilligentag. An dem haben wir unsere Tauschbox aufgebaut. Es kamen so viele neue Leute vorbei und es war ein buntes Treiben im Garten. Es war echt schön, so viele liebe Menschen zu treffen, die alle mit Begeisterung und Engagement aktiv waren. Eltern und Kinder waren gemeinsam mit uns im Garten am Werkeln, Basteln, Malen und Bauen“. Die Aktion bot ein Ort der Begegnung und der Garten ist auch weiterhin ein grüner Treffpunkt im Viertel!

Das Projekt trägt zudem dazu bei, sich mit einer nachhaltigeren Gestaltung des Quartiers auseinanderzusetzen. Im Sinne einer Klimapositivität wird eine gemeinschaftlich genutzte Grünfläche weiter ausgestaltet. Der Ort soll zur Auseinandersetzung mit den Themen Nachhaltigkeit und einer gemeinschaftlichen Nutzung urbaner Räume anregen.
Die Givebox bietet die Möglichkeit, Gegenstände länger nutzbar zu machen und ein kleines Zeichen gegen die „Wegwerfgesellschaft“ zu setzen. Zudem soll sie eine soziale Komponente im Sinne einer „Schenkwirtschaft“ abdecken. Dinge sollen weiter genutzt werden, anstatt sie wegzuschmeißen und Neues anzuschaffen.

Die Initiator:innen des Projektes denken: „Es wurde deutlich, wie durch die Unterstützung durch das Hansaforum die Möglichkeit gestärkt wird, sich mit dem Viertel und den hier lebenden Menschen auseinander zu setzen. Das Projekt hat einen Einfluss auf uns, als diejenigen die es umsetzen, aber auch auf die Menschen, die im Viertel wohnen und den Garten in ihrer Nähe wissen. Dies zeigt sich in vielen Gesprächen mit Anwohner:innen, freiwilligen Helfer:innen, aber auch in E-Mails und Anfragen für Kooperationen oder die Beratung anderer, ähnlicher Projekte. Die Strahlkraft lässt sich vielleicht nicht direkt messen, wird aber somit immer wieder deutlich.“

Bild: Blattbeton

Auf HanSafari!

Neben Elefant und Giraffe an Münsters Stadthafen erlebt man auf der HanSafari noch einiges mehr! Der Kultur- und Bildungsrundgang bringt Themen wie Nachhaltigkeit, Verkehrswende, Klimaschutz, aktive Bürger:innenbeteiligung, koproduktive Stadtentwicklung und Kultur anhand von praktischen Beispielen näher. Wie kann ich denn eigentlich Stadt selber machen? Und was passiert an der Baustelle am Hafenmarkt? Hier wird der Finger auch in die Wunden gelegt, denn mit der Gentrifizierung steht nicht nur Kreativen potenziell die Verdrängung aus dem Hansaviertel bevor. Die HanSafari wirbt für eine enkeltaugliche, gesellschaftliche Transformation.

Doch es geht nicht nur um große Veränderungen – durch die kleinen Gruppen, die nette Atmosphäre und viele Gelegenheiten zum Austausch vernetzt das Projekt die Viertelmenschen und stärkt die Nachbar:innenschaft.
„Die Führung hat meine Identifikation zum Viertel bestärkt, mich mit neuen Leuten in Kontakt gebracht, meinen geschichtlichen Horizont erweitert und mich tagespolitisch geupdated“ sagt Frederik. Und Azadeh berichtet: „HanSafari war eine freundliche Einführung in eine kollektive Anstrengung, um nicht nur in der Stadt zu wohnen, sondern auch eine Zugehörigkeit zu erreichen; um eine Stadt zu erschaffen, die nicht nur für Profit, sondern auch für Leben und für Menschen gestaltet und verwaltet wird. Die Tourleiterinnen haben diese Stimmung mit strahlender Leidenschaft und Wissen aus persönlichem Engagement übermittelt. Meine Überzeugung als eine Einwohnerin im Viertel war so groß, dass mein Partner und ich uns sofort für die nächsten Veranstaltungen angemeldet haben und wir freuen uns sehr auf dieses schöne Zusammensein!“

Foto: B-Side

Neues Leben für Schrotträder


Münsters Straßenränder wurden von vielen alten Schrotträdern befreit. Fünf von ihnen wurde bei der SchrottradBeichte im Frühjahr 2020 neues Leben eingehaucht. Sie wurden an die GEBA gespendet, die sie Menschen in Ausbildung mit wenig Geld zur Verfügung stellt.
Die übrigen Räder wurden ausgeschlachtet – was noch brauchbar war, dient nun als Ersatzteil, der Rest wurde fachgerecht entsorgt. Insgesamt 34 Menschen waren an der Aktion beteiligt, haben unterstützt, Kontakte vermittelt und vor allem an den Leezen geschraubt. Viele Fähigkeiten zum Reparieren von Fahrrädern wurden ausgetauscht, Wissen an andere weitergegeben und neu dazugewonnen.

Teilnehmerin Charlotte hat bemerkt, „dass es viel zu schade ist, mit seinen Fähigkeiten hinterm Berg zu halten, da jedes Bisschen reicht, um mitzuwirken. Ob es nun die Organisation, das Reparieren, die Zubereitung von Essen oder die Stimmung mit Musik und Gesprächen ist… Jede:r kann irgendetwas Kleines zum großen Ganzen beitragen und Spaß dabeihaben. Sogar am Sonntagmorgen!“
Die SchrottradBeichte führt vor Augen, dass es kein Hexenwerk ist, aus Schrott wieder 1A Verkehrsmittel zu machen und ermöglicht einen neuen Zugang zum Thema Mobilität!


Wissenswertes für Viertelmenschen:

Bei der AWM in der Eulerstraße oder in der Fahrradfundstation am Industrieweg ist nach Absprache kostenfrei möglich, Fahrräder fachgerecht zu entsorgen!
Es besteht außerdem ein Angebot vonseiten der Polizei Münster, Verkehrssicherheitsschulungen im Hansaviertel durchzuführen. Gerne kann der Kontakt hergestellt werden, wenn es Menschen im Hansaviertel gibt, die eine solche Aktion organisieren wollen.


Foto: Dom

Das Hansaforum – ein Bundesförderprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik – kommt Ende des Jahres zu seinem planmäßigen Ende. Ein Ende, welches vom Förderzeitraum bestimmt wird, wir aber zugunsten einer Verstetigung des Quartiersprojekts überwinden möchten. Dies ist für uns Anlass im Rahmen einer ZukunftsWerkStadt über das zu sprechen, was während der drei Förderjahre im Hansaforum passiert ist: Wir wollen auf Errungenschaften blicken, Elemente kritisch konstruktiv evaluieren und schauen, welche Bestandteile des Hansaforums auch in Zukunft fortwähren könnten.

Hier geht es zum Programm

6. HANSA-KONVENT

Am 26. Juni fand unser sechster und vorerst letzter Hansa-Konvent statt. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen wurden die 70 Teilnehmenden in zehn Gruppen auf einem Spaziergang durch’s Hansaviertel geführt. Gemeinsames Ziel war der Vorplatz der B-Side, wo sich schließlich drei große Förderprojekte vorstellten: 1. ‚Alles auf Grün‘, ein eintägiges und inklusives Familienevent. 2. ‚Hinhören statt wegschauen‘, ein Podcast, der Menschen am Rande der Gesellschaft interviewt. Und 3. ‚Hafenplatz wird Hafenplaza‘, ein Sitzpodest aus Holz mit eine skatebaren Betonrampe für den Platz am Hafen vor den Stadtwerken. Das Großartige (kleiner Trommelwirbel): Alle Projekte haben bei der Abstimmung grünes Licht bekommen und werden gefördert!

5. HANSA-KONVENT

Am ersten Märzwochenende, vom 4. März bis zum 7. März 2021, fand unser fünfter Hansa-Konvent als selbstgeführter Spaziergang mit möglicher Begleitung durch einen Audioguide statt. 113 Viertelmenschen haben über die Förderung von sechs möglichen Projekten für unser Hansaviertel entschieden. Wir dürfen euch stolz mitteilen, dass es fünf der Projekte geschafft haben. So werden 73.000 Euro von unserem Hansa-Fördertopf den verschiedensten Gemeinwohlprojekten zugutekommen. Wir freuen uns über: 1. Einen wetterfesten, regelmäßigen Floh- und Kleinkunstmarkt am Hansaplatz, 2. Rikschatouren für immobile und ältere Menschen, 3. eine Stadtteilwerkstatt für Metallarbeiten, 4. die Bemalung einer Spielplatzwand zusammen mit kleinen Hansa-Menschen und 5. das Aufblühen des stillgelegten Gasometerkessels hin zu einem Ort kultureller und sozialer Zusammenkünfte.

4. HANSA-KONVENT

Beim vierten Hansa-Konvent kommen wir diesmal im gemütlichen November zusammen. Je nach dem, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt, werden wir uns in großer Runde und mit viel Zeit für den gemeinsamen Austausch begegnen. Ansonsten steht die Besetzung des Gremiums mit neuen interessierten Hansa-Viertelmenschen an, wir beschließen eine geänderte Fassung des Quartier-Gemeinwohl-Index und stimmen gemeinsam über die Förderung neuer großer Gemeinwohlprojekte ab. Interessiert, aber nicht eingeladen? Dann besuche einfach folgende Seite und lass Dich als Interessierte*n eintragen: Interessiertenliste

RUND UM’S VIERTEL – KLEINSTVERANSTALTUNGEN ZUR ÜBERARBEITUNG DES QUARTIER-GEMEINWOHL-INDEX

Der Quartier-Gemeinwohl-Index (QGI) gibt an, was sich Menschen für das Hansaviertel wünschen. Sein Sinn und Zweck ist es als Entscheidungsgrundlage vor allem sicherzustellen, dass die Förderentscheidung von Projekten anhand der Vorstellungen der Viertel-Menschen getroffen wird. Da sich ein Stadtteil fortwährend wandelt und sich damit auch die Wünsche von Viertel-Menschen ändern können, ist der QGI ein „lebendiger“ Index. Er wird verbessert, überarbeitet und geändert. Es können neue Themen hinzukommen oder alte Themen mit der Zeit wegfallen. Genau das geschieht auf den kleinen Veranstaltungen: Rund um’s Viertel. 18.08. Gründflächen & Sauberkeit | 01.09. Vernetzung & Begegnungsorte | 15.09. Kunst/Kultur/Bewegung & Inklusion | 29.09. Verkehr & Klimapositivität | 13.10. Wohnen & Nachbar*innenschaft | Neue Themen

3. HANSA-KONVENT

Auf dem Dritten Hansa-Konvent am 27. Juni 2020 haben 81 Hansaviertel-Menschen über die Förderung von sieben gemeinwohlorientierte Großprojekten abgestimmt. Ganze 62.125 Euro wandern nun aus dem Hansa-Fördertopf in einzigartige Projekte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Das Kleinheim für Obdachlose, Unterstützung für das fünfte B-Side Festival 2020, ein Werkstattlastenrad für’s Viertel, ein inklusives Theaterprojekt, Unterstützung für den Ruderverein Münster, ein schwimmender Veranstaltungsort mit dem „HansaFloß“ für jedermensch und das Tanzprojekt „Ekstatisches Hansaviertel“. Wegen COVID19 kamen wir unter freiem Himmel auf dem Parkplatz der B-Side zusammen, bewahrten die physische Distanz und genossen die soziale Nähe zu neuen und vertrauten Viertelgesichtern!

ERSTE OFFIZIELLE GREMIUMSSITZUNG

Am 4. Februar 2020 fand die erste offizielle Gremiumssitzung statt. Die beim 2. Hansa-Konvent gewählten acht Bürgervertreter*innen aus dem Viertel trafen mit den sechs Vertreter*innen der Stadt zusammen, um über die Förderung von kleinen und mittleren Projekten für das Hansaviertel zu entscheiden. Nach einem sehr positiven und zielführenden Austausch wurde die Förderung von fünf weiteren Viertelprojekten bewilligt. Dazu gehören: Das Treppenhaus-Café, der Jutebeutelbaum, die Nistkasten-Bauaktion, der „Let’s talk about Müll!“-Diskurs und das Zwiebelprinzip – eine Blumen-Pflanzaktion.

START DER OFFIZIELLEN PROJEKTFÖRDERUNG

Von Januar 2020 bis Herbst 2021 geht es in Sachen Projektförderung rund im Hansaforum: In dieser Zeit können sich Menschen mit gemeinwohlorientierten Projekten und Ideen für das Hansaviertel auf eine Förderung bewerben. Dafür liegen im Hansa-Fördertopf ganze 250.000 Euro. Eine Viertelmillion für’s Viertel. Um den gemeinwohlorientierten Ertrag der Projekte für das Hansaviertel sicherzustellen, wurde der Quartier-Gemeinwohl-Index (QGI) von Menschen aus dem Stadtteil erarbeitet. Er beinhaltet das, was sie sich für ihr Viertel wünschen und dient als Entscheidungsgrundlage für die Projektförderung. Projektmacher*innen, die Unterstützung beim Förderantrag, der Entwicklung ihres Projektes brauchen oder ganz einfach Fragen zum QGI haben, können sich an die Projektlots*innen wenden. Die Lots*innen sitzen zu den Sprechzeiten in der zentral gelegenen Hansa-Bude und stellen neben der Projektberatung z.B. auch Kontakte zu bereits aktiven Menschen aus dem Viertel zur Verfügung.

2. HANSA-KONVENT

Beim zweiten Hansa-Konvent beschlossen die Teilnehmer*innen feierlich den Quartier-Gemeinwohl-Index (QGI). Damit ist er „offiziell“ und dient ab sofort als Entscheidungsgrundlage bei der Förderung von Projekten und Ideen für das Hansaviertel. Zusätzlich wurde beim zweiten Hansa-Konvent das Hansa-Gremium gewählt. Es kann ab jetzt einfach und unkompliziert über die Förderung kleinerer Projekte und Ideen entscheiden, die in der Hansa-Bude oder online eingereicht werden.

ENTWICKLUNG DES QUARTIER-GEMEINWOHL-INDEX

Nach dem ersten Hansa-Konvent arbeiteten die Teilnehmer*innen in kleineren Arbeitsgruppen weiter am Quartier-Gemeinwohl-Index und schufen damit eine essentielle Grundlage für die zukünftige Förderung von Projekten im Viertel und stellten damit gleichzeitig sicher, dass diese im Einklang mit den Interessen der Bürger*innen des Hansaviertels sind.

1. HANSA-KONVENT

Am 15. und 16. Juni 2019 kamen 200 zufällig eingeladene Bürger*innen zum ersten „Hansa-Konvent“ im Blauen Saal in der Montessori-Schule im Hansaviertel zusammen. Hier diskutierten und arbeiteten sie ein Wochenende daran, Werte und Ziele festzulegen, die für die Zukunft ihres Hansaviertels wichtig sind.

ZUFALLSAUSWAHL

Per Zufallsauswahl wurden 200 Menschen aus dem Hansaviertel zum ersten Hansa-Konvent eingeladen. Projektlotse Sascha und sein Team klingelten daraufhin persönlich an den Türen der ausgewählten Hansabürger*innen, die damit die einmalige Chance bekamen, dabei zu sein.

AUSZEICHNUNG HANSAFORUM

Das Hansaforum hat gewonnen! Es ist zum Pilotquartier vom Projektaufruf „Stadt gemeinsam gestalten. Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ geworden. Auch drei weitere Projekte aus Nürnberg, Altenburg und Hannover haben die Auszeichnung und damit verbundene Zuwendung erhalten. Auf dem 12. Bundeskongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik in Frankfurt am Main wurde das Hansaforum offiziell in der altehrwürdigen Paulskirche geehrt. Seitdem arbeitet ein engagiertes Team der B-Side unermüdlich daran, die Vision des Hansaforums Wirklichkeit werden zu lassen.

BESUCH VOM BBSR

Das Hansaforum schafft es unter die letzten zehn der 100 Bewerbungen zum Projektaufruf „Stadt gemeinsam gestalten! Neue Modelle der Quartiersentwicklung“. Aus diesem Grund reist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) am 20. August 2018 nach Münster, um die B-Side, ihr Projekt Hansaforum und das Bezugsquartier Hansaviertel persönlich kennenzulernen. Dank engagierter Kräfte aus der B-Side und zahlreicher Initiativen, die die Vielfalt an Engagement im Hansaviertel stellvertretend abbildeten, gestalteten alle Beteiligten ein erfolgreiches Kennenlernen.

Bewerbung

Im Sommer 2018 wurde die B-Side auf den Projektaufruf der Nationalen Stadtentwicklungspolitik „Stadt gemeinsam gestalten! Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ aufmerksam. Die Aussicht auf das Erproben neuer Formen der gemeinwohlorientierten und bürgergetragenen Stadtgestaltung ließ ein engagiertes Team aus Ehrenamtlern der B-Side zusammenkommen, um einen entsprechenden Antrag vorzubereiten und einzureichen. Das Hansaforum war geboren.